Freitag, Februar 23

Glühbirnenverbot stört Rundfunkempfang

Nach der Ankündigung der australischen Regierung, im Kampf gegen den Klimawandel herkömmliche Glühbirnen zu verbieten, fordern mehrere Umweltpolitiker dies auch für Deutschland. Die Folge wäre möglicherweise eine bundesweit flächendeckende Störung vor allem des Lang- und Mittelwellenempfangs. Denn Energiesparlampen emittieren hochfrequente leitungsgebundene und nicht leitungsgebundene Störungen.

Energiesparlampen sind kleine Leuchtstofflampen, die mit einem so genannten Inverter arbeiten. Dieser richtet die Netzwechselspannung gleich und wandelt sie anschließend in eine Wechselspannung höherer Frequenz (ca. 28 - 60 kHz) um. Die Wechselrichtung erfolgt mit zwei Schalttransistoren. Diese Wechselspannung wird jedoch aufgrund der verwendbaren Baugröße der Siebdrosseln nur unreichend gesiebt. Folge: Die hohe Taktfrequenz und zahlreiche Oberwellen davon gelangen auf den Haushalts-Stromkreis und werden von dort aus abgestrahlt bzw. gelangen über die Netzteilzuführung in die LW/MW-Empfangsgeräte.

Bei der Überprüfung zweier Energiesparlampen (Bezug: ALDI und IKEA) konnte mit einem portablen Weltempfänger (Sony ICF-7600 D, eingebaute Ferritantenne) ein breiter "Lattenzaun" von Störsignalen im Lang- und Mittelwellenbereich festgestellt werden. Der Empfang selbst starker Sender (DLF, ERF, AFN Frankfurt, div. NL-Sender) war in einem Abstand von 50 cm zur Energiesparlampe stark durch Brummgeräusche beeinträchtigt.

Die untere Abbildung zeigt das EMF-Spektrum einer Energiesparlampe (vergrößert sich durch Anklicken). Deutlich erkennbar ist die Taktfrequenz bei ca. 60 kHz (1. großer Zacken links) sowie die 1. Oberwelle bei ca. 120 kHz. Die Abbildung ist einer Arbeit entnommen, die in der Schweiz an der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamtes für Energie, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit und mit Unterstützung von Philips AG Lighting und Osram AG entstanden ist. Der Gesamtbericht ist unter www.mobile-research.ethz.ch/var/ESL_Report.pdf einsehbar. Titel: "EMF von Energiesparlampen: Feldmessungen und Expositionsabschätzungen mit Vergleich zu anderen Quellen im Alltag".

Der Beitrag ist (leicht überarbeitet) auch bei Readers Edition erschienen.

Tom DF5JL

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Dienstag, Januar 16

BBC Radio 4 LW im Internet gesperrt

Am Wochenende ging´s noch, jetzt ist Schluss: "Due to rights restrictions we are currently unable to bring you this program", sagt eine britisch-unterkühlte Frauenstimme, wenn ich versuche, BBC Radio 4 im Internet zu hören.

Wie gut, dass ich noch einen ITT Schaub-Lorenz Touring International im Wohnzimmer stehen habe. Der empfängt noch Langwelle in 1A-Tonqualität - und damit BBC Radio 4 auf 198 kHz.

Tom DF5JL

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Samstag, Januar 6

Dänemark: Aus für Kalundborg 243 kHz

Bald hätte Danmarks Radio (DR) die MW- und LW-Sendeanlage in Kalundborg (243 und 1.062 kHz) schon am Jahresende geschlossen. Doch Dänemarks Kulturministerium entschied, DR habe die Aussendungen auf der Mittelwelle bis zum 31. Dezember 2010 aufrecht zu erhalten. Das meldet Media Network.

Noch ist unsicher, welches Programm auf der 1.062 kHz künftig ausgestrahlt wird. Danmarks Radio-Direktor Leif Lønsmann sagte gegenüber radionyt.com, man werde nautische Warnnachrichten, Wetterberichte und möglicherweise Nachrichten auf der MW senden, noch sei aber nichts endgültig entschieden. Mit dem Abschalten der Langwellenstation Kalundborg ist im Frühjahr 2007 zu rechnen.

Bisher war auf der 243 kHz der dänische Inlandsdienst mit dem ersten Programm zu hören, auf der 1.062 kHz wurden das dritte und vierte Inlands-Programm ausgestrahlt. Nautische Warnnachrichten und Wetterberichte haben insofern eine besondere Bedeutung, da Dänemark zwar nur 43.000 Quadratkilometer groß ist, aber über eine Küstenlänge von 7.300 Kilometer verfügt.

Weitere Informationen über den Sendestandort Kalundborg mit historischen Fotos gibt es auf der Website von OZ3YI - in Dänisch. (Foto: OZ3YI / radionyt.com)

Adresse/Kontakt:
Danmarks Radio
Radiohuset
Rosenorns Alle 22
1999 Frederiksberg C
Danmark

www.dr.dk
E-Mail: dr@dr.dk


Tom DF5JL

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