Sonntag, Februar 11

Indien: Analoge Mittelwelle - das Band der armen Leute

Indiens Kurzwelle wird digital. Das steht fest. Bis 2015 sollte die Umstellung abgeschlossen sein. Doch knappe Kassen könnten den Termin nun nach hinten verschieben. Die Mittelwelle aber, das "Arme-Leute-Band" in Indien, wird keineswegs komplett auf digitalen Rundfunk umgestellt werden. Das machte jetzt All India Radio (AIR)-Chefingenieur As Guin in Neu-Delhi deutlich.

Analoger Rundfunk auf Mittelwelle, das ist das, was die weit verbreiteten kleinen Radios in Indien empfangen können. Geräte, die 70 bis 100 Rupien kosten - Unterschichten-Radios. Aber auch Besserverdienende werden sich Digitalradios nicht leisten können. Oder sie werden schlicht nicht dazu bereit sein, bis zu 3.500 Rupien (ca. 70 US-Dollar) für ein neuartiges Digitalradiogerät auszugeben. "Also können wir nicht den analogen Rundfunk auf Mittelwelle einfach abschalten", so Guin. "Mittelwelle, das ist für Viele Informationen und Unterhaltung."

Giun hat klare Vorstellungen von dem, wie sich digitaler Rundfunk in Zukunft in Indien präsentieren könnte. "Das Wichtigste wird der Inhalt sein. Kurzwellenprogramme müssen sich von Mittelwellenprogrammen unterscheiden. Denn wenn in beiden Rundfunk-Bereichen das Gleiche gesendet wird, fehlt der Anreiz, sich für die Kurzwelle ein teures Digitalradio zu kaufen." Guin setzt daher auf populäre Inhalte, speziell für die Kurzwelle entwickelt. "Sonst gibt es keine gute Ernte."

Von fünf nationalen Digitalprogrammen ist die Rede, in denen auch regionale Sprachen zum Zuge kommen sollen. Ein Bengali in Mumbai käme also in den Genuss von All India Radio Kolkata, wenn er denn wollte. Und noch eines wäre mit Digitalradio realisierbar: All India Radio möchte entlang der Küste ein Frühwarnsystem etablieren. Käme es zu einer Katastrophenvorhersage, würden Computer automatisch im gesamten Küstengebiet das laufende Programm unterbrechen und die Warnmeldungen ausstrahlen. Danach würde ins normale Programm zurückgeschaltet und die Küstenbewohner hätten genügend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

(Quelle: indiantelevision.com; Foto: Kai Schöning, PixelQuelle.de)


Tom DF5JL

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