Donnerstag, Februar 8

DARC: Rundspruchmeldung keine Schleichwerbung

RADIOSKALA hatte vor einer Woche auf eine DARC-Rundspruchmeldung aufmerksam gemacht. Darin wurde mehrfach alleinig der Name eines Amateurfunkherstellers (ICOM) genannt sowie darauf hingewiesen, dass spezielle und namentlich bezeichnete ICOM-Produkte "mit einer Zusatzplatine, die recht einfach in das Gerät einzubauen ist, für Digitalbetrieb in D-Star erweitert werden" können - also eindeutig eine Bewertung, ein Positiv-Kommentar. RADIOSKALA fragte daher: Ein Fall von Schleichwerbung? Jetzt liegt die Antwort des DARC vor.

"Sie haben Recht, die Nennung des Gerätetyps der Icom-Handfunkgeräte war unglücklich im Rundspruch gewählt. Dies geht schon aus Ihrer Reaktion auf die Aussendung hervor", räumt Stephanie Schmidt (DO7PR) ein, beim DARC u. a. zuständig auch für die Öffentlichkeitsarbeit. Den Vorwurf gezielter PR weist DO7PR jedoch vehement zurück. "Die Redaktion des DL-Rundspruches hat weder Geld von Icom bekommen, noch einen Vorteil aus dieser Meldung gezogen. Einzig und allein die Tatsache, dass Icom der einzige Hersteller dieser Geräte ist, die diesen Standard bieten, hat den Redakteur dazu veranlasst den Firmennamen zu vermelden." Der DARC sei stets darauf bedacht, "eindeutige Werbung im Rundspruch zu vermeiden".

Möglicherweise war die Meldung auch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände. Denn die ursprüngliche Meldung über die erste D-Star-Verbindung zwischen Nord- und Südhessen liest sich in einem DARC-Forumsbeitrag recht neutral & werbefrei. Der Satz, der ein G´schmäckle auch bei der RADIOSKALA-Redaktion hinterließ, findet sich dagegen 1:1 in einem Wikipedia-Artikel zu D-Star. Beides zusammen in Kombination, und das im DARC-Rundspruch, war aber geeignet, den Schleichwerbungsverdacht aufkommen zu lassen. Wie aber der Satz aus dem Wikipedia-Artikel in die Rundspruchmeldung gekommen ist, wissen wir nicht.

Und noch eines bleibt unklar: Welche Rolle spielt ICOM bei der Sache? Der verschwundene Artikel auf der Taunus Relais-Homepage war immerhin ein Indiz dafür, dass hier mit Nachdruck versucht wird, D-Star in den Amateurfunkmarkt zu drücken. Eine Technologie, die in den letzten fünf Jahren scheinbar kein Amateur brauchte. Jedenfalls hat sie sich seit ihrer Präsentation in 2001 nicht durchsetzen können. Auch nicht unter den für ihre Technikverliebtheit bekannten US-amerikanischen Funkamateuren. Selbst dann nicht, als ICOM dort Digitalgeräte kostenlos zur Verfügung stellte, wie in einem VFDB-Beitrag berichtet. Machen wir uns nichts vor - Funkamateure sind auch nur Kunden...

Tom DF5JL

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