Mittwoch, November 1

France 24 - Chiracs Schwert in der weltweiten Schlacht der Bilder / Start am 6. Dezember

Die Franzosen kennen keinen "Laptop", kein "Space Shuttle" und keine "E-Mail" - da ist es nur konsequent, auch die BBC und CNN entbehrlich zu machen. Präsident Jacques Chirac hat also den französischen Nachrichtensender France 24 ins Leben gerufen, als Konkurrenz zu den englischsprachigen News-Sendern. Das Ziel ist klar umrissen: "Sich im weltweiten Krieg der Bilder durchzusetzen".

France 24 startet am 6. Dezember, zunächst im Internet, vom 8. Dezember an soll auch über Kabel und Satellit gesendet werden. Dann werden es 250 Millionen Zuschauer empfangen können - in Europa, Afrika und in Nahost. Auch in New York und Washington ist eine Verbreitung geplant. Später soll das Programm sogar in ganz Amerika und Asien empfangbar sein.

France 24 beschäftigt 380 Mitarbeiter aus 27 Ländern, darunter 170 Journalisten. Ausgestrahlt wird das Programm auf zwei Kanälen zunächst in Französisch und Englisch. Im ersten Halbjahr 2007 soll auch ein vierstündiges Programm auf Arabisch hinzukommen. France 24 werde sich bei seiner Arbeit "auf französische Werte" stützen, vermeldet "Le Figaro". Dies beinhalte die Betonung der Verschiedenartigkeit der Meinungen, der Diskussionsfreudigkeit und der Konfrontation - "ohne die französische Kultur und die Lebensart zu vergessen".

Nachrichten, Reportagen und Magazine sollen die Hälfte des rund um die Uhr sendenden Programms ausmachen. Dabei gebe es jede halbe Stunde eine Nachrichtensendung. Die neue Anstalt wird aus Steuergeldern finanziert; sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen des größten französischen Privatsenders TF1 und der öffentlich-rechtlichen Senderkette France Télévisions. Der Haushalt für das erste Jahr wurde mit 80 Millionen Euro ausgestattet. Nach den Worten Chiracs ist das Ziel, "Frankreichs Werte und seine Sicht der Welt in alle Welt zu tragen". Frankreich müsse "bei der weltweiten Schlacht der Bilder in erster Reihe" stehen, hatte der Präsident mehrfach erklärt.

Frankreich hat mit Radio France Internationale (RFI) ein Auslandsradio, aber noch kein eigenes Auslandsfernsehen. Der unter anderem in deutschen Kabelnetzen zu empfangende Sender TV5Monde ist ein Gemeinschaftsprogramm der französischsprachigen Länder, zu dem außer Frankreichs öffentlich-rechtlichen Sendern auch Kanada, Belgien und die Schweiz Beiträge leisten.

Tom DF5JL

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