Freitag, Juli 18

Streichkonzert bei der VoA

Die Voice of America (VOA) plant, Ende September sieben Fremdsprachendienste einzustellen. Das berichtet propublica.org. Betroffen seien demnach Radio- und TV-Angebote des russischen Dienstes sowie Hörfunkprogramme in Ukrainisch, Serbisch, Hindi, Mazedonisch, Bosnisch und Georgisch (mit Ausnahme von Georgisch will man aber diese Dienste im Internet und/oder Fernsehen fortsetzen).

Laut VOA handele es sich um „schmerzhafte Entscheidungen“, mit denen man sich auf Zielgebiete konzentriere, wo man „am effektivsten“ sei. In diesem Zusammenhang bezifferte eine VOA-Sprecherin den Marktanteil der russischen Programme auf zwei Prozent.

Möglicherweise stehen diese einschneidenden Maßnahmen in Zusammenhang mit der Ausweitung arabischer Angebote wie zum Beispiel „Alhurra“, der von der US-Regierung gegründete TV-Nachrichtenkanal. Kritiker verweisen darauf, dass inzwischen allein mehrere hundert US-Dollar in „Alhurra“ geflossen sein. Bereits 2004 hatte ein Drittel der VOA-Mitarbeiter eine Petition unterschrieben, mit der sie gegen die neu eingeschlagene Richtung bei der VOA protestierten: Neue Dienste wie „Alhurra“ oder das arabische Radioprogramm „Radio Sawa“ setzten vor allem auf Pop und Unterhaltung statt auf handfeste Information. Während das vormalige arabische VOA-Programm nicht mal sieben Mio. US-Dollar pro Jahr gekostet hätte, hätten „Alhurra“ und „Radio Sawa“ knapp 500 Mio. US-Dollar seit 2004 erhalten.

Tom DF5JL

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